Mittwoch, 28. Februar 2018

Strickmaschinen

Weil die Hände nicht mehr belastbar sind und bereits nach kurzer Zeit schmerzhafte Ausfallerscheinungen zeigen, bin ich auf Strickmaschinen umgestiegen.

Strickmaschinen sind ein teueres Spässchen und funktionieren nach dem Prinzip des Kaufirrtums.
In seltenen Fällen besteht die Möglichkeit in seinem eigenem Dunstkreis solch ein Schätzchen mal auszuprobieren. Meist kauft man blind im Vertrauen zu den Aussagen des Verkäufers.
Na ja ... und das ist bekanntlich so eine Sache ... es wird getrickst, geschönt und von seinem Betrachtungswinkel aus agiert.

Auf diese Art habe ich in kurzer Zeit ein paar gebrauchte Schäfchen zusammengetrieben und auch teilweise zurück gegeben mit mehr oder weniger Theater.

Von Pfaff, die ich nie zum Laufen brachte, zu Empisal, die es nur im Doppelpack gab, weiter zu Brother. Letztendlich habe ich mir doch eine neue elektronische Strickmaschine spendiert.

Das vorherige Lehrgeld war trotzdem gut angelegt.
Auf diese Weise erspare ich dem neuen Schätzchen die klassischen Anfängerfehler, welche garantiert Blessuren im Nadelbett hinterlassen. Auch weiß man auch dann erst, was leichtgängig wirklich bedeutet 😂

Bei meiner Neuen handelt sich um eine fabrikneuen Silver Reed SK 840.
Der Schlitten flutscht nur so über das Nadelbett, dass man aufpassen muss, nicht übers Ziel zu schießen.
Es wird viel Schlechtes über sie in einigen Foren berichtet. Diesen Aussagen kann ich derzeit nicht zustimmen.
Ein paar Sachen sind der Optimierung des Gewinns zum Opfer gefallen. So ist die nicht arretierbare Fadenklemme aus billiger Plastig ohne seine Funktion ordentlich zu erfüllen, einfach lächerlich. Entweder du wickelst den Faden mehrmals um die angedeutete Klemme oder du riskierst das Hochschnellen des Spanndrahtes samt Wolle ... was für eine Freude. Sicherlich wird sich eine Lösung finden ... ich hab da so eine Idee 💡
Das zweite Übel ist die Ablagemulde in der Mitte.
Schwups, schon liegt eine Nadel im engen Kanal, der keinen direkten Zugriff  mit den Fingern erlaubt. Vermutlich hat kein Entwickler des Design je an einer Maschine gestrickt ...
Den dritten Mangel betrifft der Schlitten. Seine Abdeckhaube ist materialmässig so optimiert, dass er sich beim Stricken leicht verformen lässt. Wie lange er halten wird? Mann/ Frau wird sehen …

Dass die Maschine mit einer bereits beschädigten Nadel, Nummer 19 rechts, geliefert wurde, zeigt auf, dass eine Endkontrolle wohl doch vor der Auslieferung angeraten ist.

Durch den Wunsch nach einer ordentlichen und bezahlbaren Brother 965i, die kaum aufzutreiben ist, bin ich zu einer bereits wieder zurückgegebenen Brother 930 gekommen. Die teilweise sehr hübschen Muster sagten mir zu, jedoch möchte ich meine eigenen Vorstellungen verwirklichen. So nahm ich den Vorschlag einer Verkäuferin an und erwarb eine Lizenz des Strickprogramm DesignaKnit in Holländisch ... Haha!
Diese Lizens muss man auf sich ummelden und dafür noch einmal ein Sümmchen hinblättern.
Die Maschine selbst war für meine Vorstellungen zu verbraucht und ließ sich nicht in Windows 10 und Vista 64 Bit Version fehlerlos über das Programm DesignaKnit verbinden. Kein Muster ließ sich auf die Maschine übertragen... Was soll‘s. Teueres Programm und kein Nutzen.
Die letzliche Lösung war mein hoffentlich letztes Schätzchen Silver Reed SK 840.
Ohne das Programm und ein entsprechendes teureres Kabel kann sie leider nur gerade aus, also glatt rechts.
So landet man ganz locker auf über stolze 2000€ Anschaffungskosten und hat noch keine Masche gestrickt 😜

Der passende Lochmusterschlitten und die noch fehlende Programmerweiterung für Lace Stricken sind die nächsten Herausforderungen. Kostete der Schlitten mal 615€ ist sein Wert auf 715€ gestiegen. Wenn ich noch lange warte, wird das wohl eine runde Summe im vierstelligen Bereich. Man gönnt sich ja sonst nichts …

Und wozu dieser ganze Aufwand?
Sie ahnen es schon: Socken 🧦