Sonntag, 6. Januar 2013

Kaum einmal um sich selbst gedreht ...

Gesundes Neues Jahr!

Kaum habe ich mich um meine eigene Achse gedreht, ist doch schon wieder ein neues Jahr ins Land geschlichen. Kinder, wie die Zeit vergeht ... ;O)

Winterelfe als Stationery bei Digitales Briefpapier
Wirklich!
Irgendwie hatten die Verkaufskanäle dazu inspiriert, sich wieder mal für das Nähen zu interessieren.
Nach etwas Belesen hatte ich auch schon eine Favoritin: Carina Professional

Schon als Kind habe ich Handgenähtes für meine Puppe gefertigt, mit zarten 12 Jahren angefangen, mich selbst auf der elektrischen Nähmaschine meiner Mutter auszustatten. Meine Eltern spendierten mir einfach keine Schlaghose. Mein erstes Kleidungsstück war knallgelb mit bunten Ziernähten am Beinsaum. Den Schnitt hatte ich einfach meiner ungeliebten Hose im freundlichen Braun entnommen und eine entsprechend Beinweite zugegeben. Ach, was fand ich mich schön ;O)

Später, als junge Frau schenkten mir die Schwiegereltern eine voll funktionstüchtige uralte Singer-Nähmaschine, versenkbar mit Holztisch und Kasten.
So richtig mit Selbertreten und nur Geradeausstich  Nach einigen Anlaufschwierigkeiten, das mit dem Treten wollte nicht klappen, wurde sie ein treuer Begleiter durch Dünn & Dünn, im wahrsten Sinne des Wortes.

Einige Jahre später zog eine elektrische Nähmaschine ein. Lange existierten beide gleichberechtig nebenher. Bis aus Platzmangel die gute alte Singer ausquartiert wurde. Gab eh´ nichts mehr zu nähen. Die moderne Kleidungsindustrie hatte auch mich fest im Griff.

Heute ärgere ich mich, all die wunderschönen Stoffe und Borten entsorgt zu haben. Mit blutigen Herz, aber ich tat es ... dito Wolle ...

Handarbeit erlebt eine neue Blütezeit, behaupte ich jetzt mal, oder warum sonst habe ich wieder zum Nadelspiel gegriffen und mich verleiten lassen, just vor ein paar Tagen eine der sich langweilenden Aldi Nähmaschinen nach Hause zu tragen?

Aus Mangel an Stoff, verflixter Ordnungssinn, mußte zunächst ein altes T-Shirt herhalten. Unsauberes Nähbild, egal, wie sehr ich die Fadenspannung und/oder Stichgröße versuchte anzupassen. Also losgeschossen - Stoffe mußten her.
Gut, dass das Kind sich Stores für´s eigene Wohnzimmer wünscht ;O)
Eine hervorragende Ausrede für´s üppige Schwelgen ...

Also zweiter Anlauf - ein neuer Klammerbeutel, ach das wäre auch nötig ...


Kann man Nähen verlernen? 
Weder konnte ich einen ordentlichen Druckpunkt auf dem labil anmutenden Fußpedal für´s Tempo finden, noch befriedigte mich irgend ein Stichbild. Wie ein blutiger Anfänger stocherte ich mehr schlecht, als recht an diesem Teil herum. 
Eine Ahnung hatte ich ja bereits bei der allerersten Naht auf der Singer Sinfonie VI.
Die Schnauze war gestrichen voll, als beim Neuverpacken von Topflappen mir der Transporter  das Arbeitsstück nicht wiederhergeben wollte. Nicht nur, dass jede Nähpause mit wenigstens einer unschönen Schlinge auf der linken Seite markiert wurde, nee, das Ding frisst Stoff .... dabei hatte ich sie noch nicht einmal an die Zierstiche herangeführt. 
Ab mit Dir ... zurück ins Kartönchen!

Kurz im Schrank der unbegrenzten Möglichkeiten abgetaucht ... Tata!


Meine alte Privileg 1520 - eigentlich eine Janome - sprang auch nach Jahren des Stillstandes sofort schnurrend an, legte die Pflichtnaht gleich mit einer glatten 10.0 hin und liess sich wunderbar auf mich ein. Als hätten wir nie SendeNähpause gehabt. 

Fazit: Nähen verlernt man nicht. Ist wie mit dem Fahrradfahren - nach dem ersten unsicheren Tritt in die Pedale funktioniert das Zusammenspiel wieder ;O)

Was nutzen mir viele schöne Zierstiche, Nadeleinfädler, 3-Knopflochautomatik und irgendwelche weiteren  Lockmittel, wenn die Grundfunktion, das intuitive Nähen einer einfachen Naht, nicht ohne Weiteres möglich ist?
Vermutlich würde selbst meine alte Singer eine bessere Naht hinzaubern, wenn sie dürfte. 
Sie muss warten, auf einen Ehrenplatz in der zu kleinen Wohnung ... 
Hoffentlich erleben wir das noch ;O)
Den Einzug einer Carina Professional werden wir wohl nicht erleben  ... vorerst ;O)