Freitag, 26. August 2011

Morgens um 7 in Gosen

Über den Gosener See hörst Du den Falken kreisend rufen.
Ein seltsames weiches Licht liegt über dem Garten und läßt den prächtigen Morgentau millionenfach im Grün einer kleinen Oase glitzern.
Deutlich dringen die Antriebsgeräusche von Raupenbaggern über den kleinen Waldsaum in die Idylle ein. Nicht bedrohlich und störend, aber gut hörbar.
Rauchschwalben ziehen zwitschernd ihre Bahnen über dich hinweg. So nah, dass man fast den Luftzug zu fühlen glaubt. Es zaubert ein Lächeln auf dein Gesicht.
Frau Nachbarin werkelt bereits in ihrem Territorium.
Dir gegenüber lenkt der schwer vor Nässe hängende Weiderich deine Aufmerksamkeit auf  eine mit tausend kleinen Lichtblitzen geschmückte Hauswand.
Darüber thront ein Rotschwänzchen auf dem Giebel und schmettert sein Morgenlied.
Zu deinen Füssen beugt sich eine Sommerhortensie unter ihrer Blütenfülle und führt deinen Blick hinunter zur Liegewiese, Stätte des Sichfallenlassens.
Herr Amsel huschte gerade darüber hinweg.
Eine dicke Libelle läßt sich kurz auf dem Bildschirmrand deines Schreibgerätes nieder.
Mit tausend kleinen Glücksmomenten bricht ein neuer Spätsommertag an.